Begriffsbestimmung


Ich beginne mit einigen grundlegenden Dingen und Begriffserklärungen, gehe dabei aber nicht so sehr ins Detail. Die Informationsflut wird sonst einfach zu groß. Für Interessierte, die tiefer in die Materie einsteigen wollen, empfehle ich einen Blick in die einschlägige Literatur. Wie für jeden Fachbereich gibt es für das Segeln auch eine Fachsprache. Die Seglersprache setzt sich im Wesentlichen aus Fragmenten des Deutschen, Niederländischen und Englischen zusammen und hat sich über die Jahrhunderte der Seefahrtsgeschichte entwickelt.

Was wir nun zum Segeln brauchen, ist ein Segelboot. Und alles am Boot hat einen Namen. Ich beschränke mich hier auf das Wesentliche. Schauen Sie sich dazu auch die bereitgestellten Bilder an. Ich nenne jetzt viele neue Begriffe, die Sie sich nicht gleich alle merken müssen. Sie werden sie mit der Zeit lernen. Das wird Ihnen später dadurch erleichtert, dass Sie Fachbegriffe hier schon einmal gehört haben.

1. Deck | 2. Vorschot Backbord | 3. Vorschot Steuerbord | 4. Cockpit | 5. Pinne | 6. Rumpf | 7. Ruder

1. Deck | 2. Vorschot Backbord | 3. Vorschot Steuerbord | 4. Cockpit | 5. Pinne | 6. Rumpf | 7. Ruder

Das Boot hat einen Rumpf. Dieser hat vier Seiten. Vorne ist der Bug, hinten das Heck, auch achtern genannt. Von hinten nach vorne gesehen ist links Backbord, von hinten nach vorne gesehen ist rechts Steuerbord. Das hat seinen Ursprung darin, dass die Schiffe vor langer Zeit das Steuer an der rechten Seite hatten, der Steuerbordseite. Man stand mit dem Rücken, dem Back, zur Backbordseiteseite hin.

Im Rumpf ist das Cockpit, in dem wir sitzen. Auf dem Rumpf steht der Mast. Er ist entweder durch das Deck gesteckt oder steht darauf. Er wird gehalten durch die Wanten, die jeweils an Backbord und Steuerbord am Rumpf befestigt sind. Nach vorne wird der Mast mit dem Vorstag gehalten.

1. Masttopp | 2. Dirk | 3. Mast | 4. Vorstag | 5. Baumnock | 6. Baum | 7. Lümmelbeschlag | 8. Want | 9. Ruder | 10. Pinne | 11. Großschot | 12. Vorschot | 13. Lateralplan (roter Bereich) | 14. Schwert

1. Masttopp | 2. Dirk | 3. Mast | 4. Vorstag | 5. Baumnock | 6. Baum | 7. Lümmelbeschlag | 8. Want | 9. Ruder | 10. Pinne | 11. Großschot | 12. Vorschot | 13. Lateralplan (roter Bereich) | 14. Schwert

Am Mast hängt der Baum. Er ist dort mit dem Lümmelbeschlag befestigt. Hinten am Ende des Baumes, der Baumnock, ist bei vielen Booten die Dirk angeschlagen. Sie führt zur Mastspitze, dem Masttopp, und verhindert, dass der Baum einfach herunterfällt, wenn das Segel geborgen wird.

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Unten am Rumpf befindet sich ein Schwert, das die Abdrift vermindert und aufgeholt werden kann. Größere Boote haben einen Kiel. Dieser ist fest angebracht und hat meist so viel Gewicht, dass das Boot nicht so leicht kentert. Das ganze seitliche Unterwasserschiff, (also der Teil des Rumpfes der unter Wasser liegt), das Schwert und der Teil des Ruderblattes, der unter Wasser ist, nennt man Lateralplan. Dieser bildet unter Wasser den Gegendruckpunkt zum Winddruck, der oben in die Segel bläst. Dazu später mehr.

Hinten am Heck ist das Ruder angebracht. Man bedient das Ruder mit der Pinne. Zeigt die Pinne nach Backbord, steuert das Boot nach Steuerbord. Zeigt sie nach Steuerbord, steuert das Boot nach Backbord. Ist die Pinne mittschiffs, steuert das Boot geradeaus.

Ist die Pinne mittschiffs, fährt das Boot geradeaus.

Ist die Pinne mittschiffs, fährt das Boot geradeaus.

Zeigt die Pinne nach Backbord, fährt das Boot nach Steuerbord.

Zeigt die Pinne nach Backbord, fährt das Boot nach Steuerbord.

Zeigt die Pinne nach Steuerbord, fährt das Boot nach Backbord

Zeigt die Pinne nach Steuerbord, fährt das Boot nach Backbord.

Jetzt zu den Segeln. Es gibt ein Großsegel und ein Vorsegel, auch Fock genannt. Das Großsegel wird am Mast hochgezogen, bis seine Spitze fast am Masttop angekommen ist. Damit es dann nicht einfach vom Wind zur Seite geweht wird, ist es noch an der Baumnock (dem hinteren Ende des Baumes) befestigt oder wird mit der ganzen Unterseite in eine Nut am Baum eingefädelt.

A: Kopf | B: Hals | C: Schothorn | 1:Vorliek | 2: Achterliek | 3: Unterliek

A: Kopf | B: Hals | C: Schothorn | 1: Vorliek | 2: Achterliek | 3: Unterliek

Die drei Seiten des Segels heißen Lieken. Demnach ist vorne das Vorliek, hinten das Achterliek und unten das Unterliek. Die drei Ecken heißen folgendermaßen: oben ist der Kopf, unten vorne der Hals und unten hinten das Schothorn.

Am Kopf wird das Großfall angeschlagen, das zum Masttop und durch den Mast zurück unten ins Cockpit führt. Fallen sind Leinen, mit denen man die Segel setzen, oder wenn man sie löst, auch bergen kann. Schoten sind dagegen Leinen, mit denen man die Segel beim Segeln bedient. Am Baum ist die Großschot befestigt. Sie führt vom Baum durch Flaschenzüge, sogenannte Blöcke, zum Cockpitboden und wird dort vom Steuermann in die Hand genommen, aber nicht um die Hand gewickelt wird.

Je nachdem wie das Boot zum Wind steht, müssen die Segel eingestellt werden. Das macht man mit den Schoten. Die Großschot ist sozusagen das Gaspedal und die Bremse des Bootes. Lässt man sie los, fiert man sie ganz auf, geht das Segel auf und der Wind bläst daran vorbei. Holt man sie in die richtige Stellung zum Wind an, fährt das Boot los.

Das Vorsegel (oder die Fock) wird mit dem Vorliek am Vorstag angeschlagen. Dafür sind dort sogenannte Vorstagreiter angebracht. Bei manchen Jollen geht aber auch ein Draht durchs Vorliek der dann das Vorstag ersetzt wenn das Segel steht. Auch das Vorsegel wird mit einem Fall gesetzt, das am Kopf des Segels angeschlagen wird. Die Seiten und Ecken heißen genauso wie beim Großsegel.

Am Schothorn sind beim Vorsegel die Vorschoten angeschlagen. Sie erinnern sich … ? Schoten sind Leinen, mit denen die Segel bedient werden. Das Vorsegel wird mit den Schoten von der einen Seite auf die andere Seite gezogen und dort befestigt oder festgehalten. Und zwar stehen die Segel immer auf der dem Wind abgewandten Seite des Bootes, in Lee.

Der Steuermann sitzt immer gegenüber dem Großsegel in Luv auf der dem Wind zugewandten Seite. Er kann dort besser nach vorne sehen. Meistens braucht er auch sein Gewicht auf dieser Seite, denn das Boot neigt sich, es krängt, durch den Winddruck in den Segeln nach Lee. Der Vorschoter sitzt so lange in der Mitte, z.B. auf dem Schwertkasten, wie sich das Boot nicht neigt. Bei viel Wind setzt er sich neben den Steuermann nach Luv, bei sehr wenig Wind nach Lee, um das Boot etwas nach Lee zu neigen. Dadurch fällt schon mal der Baum nach Lee und der schwache Wind muss dessen Gewicht nicht auch noch drücken. Merken wir uns: das Boot muss mindestens leicht nach Lee geneigt sein. Das nennt man Gewichtstrimm. Dabei sollten die Segler lächeln. Das ist dann der Gesichtstrimm.

Der Steuermann sitzt in Luv. Wenn das Boot bei normalem Wind nicht krängt, sitzt der Vorschoter mittschiffs

Der Steuermann sitzt in Luv. Wenn das Boot bei normalem Wind nicht krängt, sitzt der Vorschoter mittschiffs.

Wenn das Boot bei starkem Wind nach Lee krängt, sitzt der Vorschoter auch in Luv.

Wenn das Boot bei starkem Wind nach Lee krängt, sitzt der Vorschoter auch in Luv.

Wenn das Boot bei schwachem Wind dazu neigt, nach Luv zu krängen, sitzt der Vorschoter in Lee.

Wenn das Boot bei schwachem Wind dazu neigt, nach Luv zu krängen, sitzt der Vorschoter in Lee.

Damit sind jetzt die wichtigsten Begriffe geklärt. Im nächsten Kapitel beschäftige ich mich dann mit der Frage warum ein Segelboot überhaupt vorwärts fährt.

Zum nächsten Kapitel: Segeltheorie →

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