Vorbereitungen vor dem Ablegen | Motorbootmanöver Sportbootführerschein


Bevor man mit einem Motorboot ablegt gibt es einiges zu beachten. Ich beginne meine Artikelserie über die Motorbootmanöver für den Sportbootführerschein mit den Vorbereitungen, die man vor dem Ablegen treffen sollte. Je gewissenhafter Du Dich vor dem Ablegen vorbereitest, desto geringer ist die Chance, dass Du draußen auf dem Wasser in eine missliche Lage gerätst.

Unser Motorboot liegt hier längstseits am Steg und wir wollen ablegen. Man sieht auf dem Foto, dass es mit vier Leinen am Steg festgemacht ist. Da ist einmal die Vorleine, die Achterleine, die Vorspring und die Achterspring. Um das Boot für kurze Zeit festzumachen würden auch die Vorleine und die Achterleine reichen, Vor- und Achterspring sind dafür da, dass sich das Boot nicht hin und herbewegen kann und dabei nicht die ganze Last auf der Vor- und Achterleine liegt.

Das Boot liegt längstseits am Steg. Es ist mit Vorleine und Achterleine fest gemacht und mit Vor- und Achterspring gesichert.

Wenn man zum Boot kommt, schaut man sich erst einmal den Allgemeinzustand des Bootes an. Man geht einmal herum, sieht nach ob alles in Ordnung und an seinem Platz ist. Man überprüft dabei die Seetüchtigkeit des Bootes. Schwimmt es richtig auf, hat es eventuell Schlagseite, oder ist irgend ein anderes Problem da. Hat man erst einmal abgelegt wird es immer schwieriger sein Dinge wieder in Ordnung zu bringen.

Dann schaut man nach, ob alles an Bord ist was man braucht und ob es funktionstüchtig ist. Ist der Bootshaken da und eventuell ein Paddel, falls der Motor ausfällt. Auf jeden Fall muss die Sicherheitsausrüstung an Bord sein. Dazu gehören ein Rettungsring, ein funktionstüchtiger und noch nicht abgelaufener Feuerlöscher und ein Erste Hilfe Kasten. Ganz wichtig sind die Rettungswesten an Bord: und zwar für jedes Crewmitglied eine. Wenn jetzt wie auf dem Foto zwei Leute mitfahren, müssen mindestens zwei Westen an Bord sein.

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Dann sollte man immer etwas zu trinken und zu essen mitnehmen. Man weiß nie was passiert und eine Notration dabei zu haben ist immer gut. Sonnenschutz, also eine Mütze und Sonnencreme, sollte man nicht vergessen. Falls kein fest eingebauter Kompass im Boot ist sollte man nachschauen ob man einen Peilkompass dabei hat und ob die Seekarten für das jeweilige Revier vollständig sind. Die Bootspapiere müssen an Bord sein und der Schiffsführer muss seinen Sportbootführerschein dabei haben, wenn der Motor mehr als 15 PS Leistung hat. Ist ein Funkgerät fest eingebaut, braucht der Schiffsführer auch dafür ein entsprechendes Zeugnis.

Ist alles an Bord geht es daran den Motor zu überprüfen, denn der ist das Herzstück unsere Bootes. Wenn der draußen auf dem Wasser ausfällt, kommt man ohne Hilfe nicht mehr zurück.

Wenn das Boot einen Außenbordmotor hat ist der Tank gleich am Motor, oder er ist an einen größeren Kunststofftank über einen Schlauch angeschlossen. Wenn das Benzin dann in den Motor fließen soll, muss für den ausströmenden Kraftstoff Luft in den Tank nachgezogen werden. Dafür gibt es ein Ventil, das man verschließt, wenn man seine Fahrt beendet hat. Deshalb muss dieses jetzt vor dem Ablegen wieder geöffnet werden.

Meistens ist der Außenbordmotor auch noch hochgeklappt, um Schraube und Motor vor Bewuchs und anderen Einflüssen des Wassers zu schützen. Bevor man ihn jetzt vor Fahrtbeginn herunterklappt, schaut man nach, ob die Schraube in Ordnung ist, ob sie sauber ist und sich nichts darin verfangen hat.

Beim Innenbordmotor wirft man vor dem Ablegen einen Blick in den Motorraum. Beim Benzinmotor ist es ganz wichtig, dass dieser gut gelüftet ist, bevor der Motor gestartet wird. Aber auch beim Diesel ist das keine schlechte Idee. Dann schaut man einmal in die Bilge, also den tiefsten Punkt des Rumpfes, und ob da eventuell Wasser oder gar Öl drin ist. Ist ungewöhnlich viel Wasser drin, muss man herausfinden, woher es kommt. Denn wenn es ganz schlecht läuft kommt Wasser in den Motorraum und dann saugt der Motor Wasser anstatt Luft und geht kaputt. Wasser in der Bilge wird also immer vor Fahrtbeginn abgepumpt und überprüft, ob welches nachläuft. Ist in der Motorbilge oder in der Bilge Öl, muss man herausfinden, woher es kommt. Ölhaltiges Wasser darf nicht einfach abgepumpt werden, sondern man muss es umweltgerecht entsorgen.

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Dann schaut man sich den Gashebel an. Steht dieser auf Leerlauf und lässt sich dieser problemlos einstellen? Nie den Motor starten, wenn ein Gang eingelegt ist. Dann dreht man einmal am Steuer und schaut nach, ob das Ruder funktioniert, bzw. ob sich, wenn vorhanden, der Außenbordmotor mit dreht. Die Verbindung kann defekt sein. Auch einem ungewöhnlichen Knirschen sollte man nachgehen.

Beim Innenbordmotor sollte man den Ölstand überprüfen, nicht nur vom Motor, sondern auch vom Getriebe. Dann wirft man einen Blick in den Kühlwasserfilter. Beim Innenbordmotor wird ja immer von außen Wasser zum Kühlen des Motors angesaugt. Und da können Algen oder andere Verschmutzungen dabei sein, die dann den vorgeschalteten Filter verstopfen können.

Und ganz wichtig: Die Tankanzeige! Ist genügend Kraftstoff an Bord! Wenn das Boot einen Innenbordmotor hat und man den Motor starten will, muss man auch das entsprechende Seeventil öffnen, damit das Kühlwasser überhaupt angesaugt werden kann. Wenn man das Boot für längere Zeit verlässt macht man die Seeventile immer zu. Denn wenn mal ein Schlauch vom Ventil abspringt, weil die Schlauchschellen nicht halten, oder der Schlauch porös wird, dann dringt Wasser ein und das Boot sinkt vielleicht sogar. Also: Die Seeventile vor verlassen des Bootes schließen und vor dem Ablegen nicht vergessen sie wieder zu öffnen.

Wenn man Gäste an Bord hat und diese sich nicht auskennen, muss man ihnen erst einmal erklären wie man sich an Bord verhält und wie man Unfälle vermeidet. Dass man sich hinsetzt, wenn das Boot losfährt und wie man sonst noch vermeiden kann während der Fahrt über Bord zu gehen.

Dann muss die Mannschaft in die Rettungsmittel eingewiesen werden. Wo befindet sich der Rettungsring, wie ist die Handhabung, wie holt man jemanden wieder an Bord und so weiter. Man sollte das ganze Rettungsmanöver einmal durchsprechen und erklären. Danach werden die Aufgaben verteilt. Dazu erklärt der Schiffsführer was er vorhat, wie er ablegen will und ob er nun in die Achterspring oder in die Vorspring eindampft und in welcher Reihenfolge die Leinen gelöst werden sollen. Das muss vorher geklärt werden, damit die Manschaft weiß was sie zu tun hat.

Jetzt ist es endlich soweit: Der Motor kann gestartet werden. Dazu überprüft man noch einmal ob der Gashebel wirklich im Leerlauf steht. Dann wird der Schlüssel eingesteckt und herumgedreht. Bei älteren Motoren geht dadurch gleich die Zündung an. Bei moderneren Motoren muss man noch auf einen Knopf drücken. Bei der Zündung ertönt ein fiepender Warnton, der bald wieder verstummt, kurz nachdem der Motor angesprungen ist. Wenn das Fiepen nicht aufhört ist etwas nicht in Ordnung. Der Fehler wird dann meist auf dem Motorpanel angezeigt und man sollte möglichst bald den Motor wieder ausschalten.

Wenn alles in Ordnung ist werden aber nicht gleich die Leinen losgeworfen, sondern man lässt den Motor erst ein bisschen laufen. Dabei wird der Öldruck und der Ladestrom überprüft und ob der Motor seine Leerlaufdrehzahl erreicht. Die ist entweder bekannt, oder sie steht im Handbuch. Wenn diese nicht erreicht wird ist meistens etwas nicht in Ordnung und man muss sich auf die Suche nach dem Fehler machen.

Wenn alles ist wie erwartet schaut man einmal nach dem Kühlwasser. Das ist ganz wichtig. Wenn aus dem Auspuff das Kühlwasser nicht austritt oder beim Außenborder an der Seite kein feiner Strahl herauskommt, dann denn Motor wieder ausmachen bevor er überhitzt und schauen was los ist. Es kann sein, dass das Seeventil oder der Wasserfilter verstopft sind, oder der Impeller, der das Wasser ansaugt ist defekt. Oder der Riemen, der diesen antreibt ist zu locker oder gerissen. Also: wenn kein Kühlwasser austritt schnell den Motor ausschalten und die Fehlerquelle suchen.

Tritt Kühlwasser in ausreichender Menge aus, schaut man noch kurz nach den Abgasen. Sind diese stark blau verfärbt kann es sein, dass Öl mit verbrannt wird. Wenn sie sehr weiß sind, kann Wasser in den Verbrennungsraum gelangt sein. In beiden Fällen sollte vor dem Ablegen nach dem Fehler gesucht werden.

Das waren die wichtigsten Vorbereitungen vor dem Ablegen mit dem Motorboot. Im nächsten Artikel erkläre ich dann das Ablegen mit dem Motorboot →

 

Alle Motorbootmanöver:
Vorbereitungen vor dem Ablegen | Ablegen mit dem Motorboot | Anlegen mit dem Motorboot | Rettungsmanöver mit dem Motorboot | Kursgerechtes Aufstoppen | Wenden auf engem Raum

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