Gewittersegeln

Angst. Ein unangenehmes Gefühl. Man möchte weg, flüchten, und der Gefahr entrinnen. Adrenalin schießt durch die Adern, Blutdruck und Konzentration steigen. Wenn die Angst zu groß wird kann sie uns lähmen und wir ergeben uns unserem Schicksal. Mancher verlässt ungern seine Komfortzone und vermeidet alles was ihm Angst macht, andere suchen förmlich nach dem Kick und stürzen sich in jedes erdenkliche Abenteuer. Die meisten Segler sind irgendwas dazwischen – immer darauf bedacht sich und ihr Schiff heile zurück in den Hafen zu bringen, aber auch auf der Suche nach dem ultimativen Erlebnis. Aber wovor haben Segler Angst bevor sie auf Törn gehen?

Meine (zugegeben nicht ganz repräsentative) Umfrage kam zu folgendem Ergebnis:
Top 3 der Seglerängste: Der Kojennachbar könnte schnarchen.
Top 2 der Seglerängste: Die Bordtoilette könnte verstopfen, so dass die Pumpe samt Inhalt auseinander gebaut werden muss.
Top 1 der Seglerängste: Der Alkoholvorrat könnte zur Neige gehen, und zwar irgendwo, wo nicht nachgebunkert werden kann.

Für Fahrtensegler, die längere Strecken ohne Hafenbesuch unterwegs sind, mag die Rangliste der Ängste anders aussehen. Aber für den heimischen Segler hat z.B. der Sturm insoweit seinen Schrecken verloren, als dass sich ein Orkantief in unseren Breiten meistens ankündigt und man sich darauf vorbereiten kann. Die Wetterdienste überschlagen sich förmlich in Unwetterwarnungen und die Wetter-Apps alarmieren auf dem Handy oder Tablet. Sind mehr als 4 Windstärken vorhergesagt, wird niemand gezwungen auszulaufen. Und wenn es zu Schäden im Hafen kommt springt die Versicherung ein – sofern man eine abgeschlossen hat.

Aber es gibt ein Wetterphänomen das jedem Segler gehörigen Respekt abverlangt. Das Gewitter. Es kommt plötzlich. Die Neigung zu seiner Bildung kann vorhergesagt werden, aber wann und wo es genau herunter kommt weiß niemand. Die Sonne lacht und ein herrlicher Segelwind lockt uns aus dem Hafen. Doch plötzlich verfinstert sich der Himmel und wir sind mittendrin. Blitze, Winddreher, Böen in Orkanstärke, heftiger Regen oder Hagel, kaum noch Sicht, eine diffuse Kreuzsee und schlagende Segel lassen uns das Herz in die Hose rutschen.

Segeln im Gewitter kann man schlecht üben und auch in der Führerscheinprüfung wird der zukünftige Skipper nur dürftig darauf vorbereitet. Ich habe z.B. noch gelernt, dass im Radio Knackgeräusche auftreten, wenn sich ein Gewitter nähert. Auf die Frage was man dann tut konnte man mit: „Das Boot darauf vorbereiten und eine geschützte Bucht oder einen Hafen anlaufen!“ 2 Punkte erreichen. Wie man aber ein Boot auf das Zusammentreffen mit einem Gewitter vorbereitet wurde nicht abgefragt.

Das Thema wird in Büchern über gute Seemannschaft abgehandelt, man kann sich Tipps von Segelkameraden holen und es gibt viele Mythen. Aber wie sieht es wirklich aus, wenn man mit seinem Boot in ein Gewitter gerät? Diese Frage hat Thomas Käsbohrer, der Autor des bekannten Segelblogs Mare Più, 40 Seglern gestellt, denen das schon einmal passiert ist. Er ist dabei bewusst auf Segler wie Du und ich zugegangen, anstatt Profiskipper zu befragen. Die Berichte, Geschichten und Erlebnisse hat er in dem Buch „Gewittersegeln“ mit seinem noch jungen Verlag millemari veröffentlicht. Bisher ist es als Ebook auf allen bekannten Plattformen zu haben, soll aber auch bald in Druckform erhältlich sein.

Gewittersegeln | Bild: © millemari.de

Gewittersegeln | Bild: © millemari.de

Was man bei der Lektüre auf jeden Fall lernt: Es gibt nicht das eine Gewitter. Auch wenn Sie sich in ihrer Entstehung und ihren Auswirkungen ähneln, ist jedes anders. Jeder erlebt es anders, jeder ist anders darauf vorbereitet und jedes Revier und jedes Boot erfordern eigene Maßnahmen. Von beeindruckenden Fotografien begleitet sind die einzelnen Berichte teils spannend, teils nüchtern verfasst. Aber immer interessant und mit dem Hintergedanken Wissen weiter zu geben, das anderen Seglern nützlich sein kann. Man hat nie das Gefühl, dass man die sonst üblichen 30 bis 50 % Seemannsgarn abziehen müsste. Am Ende der Beiträge machen die Autoren noch eine kurze Manöverkritik, in der sie ihr Handeln überdenken und sagen, was sie das nächste Mal anders machen würden. Besonders interessant fand ich auch das Interview mit Vertretern verschiedener Yachtversicherungen und ihre Beurteilung der Schäden, die durch Gewitter entstehen.

Mich hat die Lektüre von „Gewittersegeln“ für ein Thema sensibilisiert, das ich bisher mit einem: „Wenn’s kommt, dann kommt’s!“ abgetan habe. Ich finde jeder Skipper sollte das Buch in seiner (elektronischen) Bordbibliothek haben und seinen Crewmitgliedern vor Fahrtantritt empfehlen. Auf jeden Fall lohnt sich aber (z.B. bei Amazon) ein „Blick ins Buch“, bzw. der Download einer Leseprobe beim bevorzugten Ebook-store.

Alle Infos zum Buch und die Download-Links:
millemari Verlag →

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